Wenn es dir einmal nicht so gut geht, müssen dich Menschen anfassen, um dir zu helfen.

Falls du daran nicht gewöhnt bist, bedeutet das Stress in einer Situation, in der du eigentlich Ruhe brauchst.

Die Situation wird viel leichter erträglich, wenn du vorher schon gelernt hast, dass das Anfassen an sich nicht schlimm ist und keine Gefahr für dich bedeutet.

Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie du zusammen mit deinem Menschen spielerisch lernen kannst, dass du auch dann sicher bist, wenn Menschen seltsame Dinge mit dir anstellen.

 

Bauch zeigen

Manchmal ist es nötig, dass Menschen deinen Bauch anschauen und möglicherweise auch anfassen. Das kann dann passieren, wenn dein Fell am Bauch verfilzt oder ausfällt, wenn du Ausschlag bekommst, nach Operationen, wenn deine Zitzen sich verändern sollten und so weiter.

Dafür gibt es zwei Möglichkeiten und es ist gut, wenn du zusammen mit deinem Menschen herausfindest, welche der Möglichkeiten dir angenehmer ist. Am besten, bevor es überhaupt nötig ist.

Die erste Möglichkeit ist, dass du dich auf die Seite oder den Rücken legst, so dass dein Bauch gut sichtbar ist. Wenn dir das zu unsicher ist, kannst du aber auch deinen Menschen vorsichtig deine Vorderbeine hochheben lassen. Dabei sollte dein Bauch mal zu deinem Menschen hin und mal von ihm weg zeigen, damit du dich an verschiedene Positionen gewöhnen kannst. 

Bei diesen Übungen darf dein Mensch dich nie festhalten. Übt häufig, aber nie so, dass es unangenehm wird. Es kann Monate dauern, bis du die Hand deines Menschen an deinem Körper akzeptieren kannst. Als Katze darfst du das auch. Hauptsache, du bleibst immer entspannt.

In beiden Positionen kannst du deinen Menschen auch mal deinen Bauch streicheln lassen. Ganz langsam und liebevoll kann er dir zeigen, dass das nicht gefährlich ist. Übt es immer wieder mal, aber nur so weit, wie es für dich angenehm ist. Wenn du es gar nicht magst, dann übt einfach nur immer wieder das Angucken. Das macht jede Untersuchung viel angenehmer und weniger gruselig für dich.

Ohren-Untersuchung

Das Gute an der Ohr-Untersuchung ist, dass das natürliche Köpfchen-geben ein angenehmer und entspannter Akt ist und, dass das schon der erste Schritt hin zu einem entspannten Kontakt zwischen deinen Ohren und den Händen deines Menschen sein kann.

Er kann immer wieder deine Ohren streicheln, sie an deinen Kopf legen, von der Wurzel bis zur Spitze daran entlangstreifen, sie ganz sanft zwischen den Fingern reiben...

Probiert es aus: Wenn du deinem Menschen einmal vertraust, wirken diese Berührungen extrem entspannend!

Pfote geben plus

Manchmal muss ein Tierarzt dir Blut abnehmen, um herauszufinden, was dir fehlt.

Du musst ihm dafür nicht die Pfote hinhalten. Aber wenn du schon einmal daran gewöhnt bist, dass ein Mensch deine Pfote anfasst, ist die Blutabnahme nicht mehr so beängstigend für dich.

Das Vorgehen ist ganz ähnlich wie bei der Untersuchung der Pfote. Das Ziel ist aber nicht, die Pfote zu drücken und zu bewegen, sondern möglichst entspannt zu bleiben, während die Pfote sanft gehalten wird. Am besten übt ihr das zu Hause, wenn du ganz entspannt bist. Dein Mensch streichelt dich in aller Ruhe an den Stellen, an denen du gern angefasst wirst. In schönen, gleichmäßigen Bewegungen streicht er immer weiter deine Beine herunter bis zu deinen Pfoten. Zum Schluss kann er sanft die Hand um deine Pfote legen, wie beim Händchen halten zwischen Menschen. So könnt ihr gern einige Sekunden verbleiben.

Wichtig ist, dass alles in perfekter Entspannung passiert. Wenn es noch nicht am ersten Tag klappt, dann bleibt beim Streicheln an angenehmen Stellen und erweitert sie Tag für Tag, Zentimeter für Zentimeter. An Tagen, an denen du weniger gern angefasst wirst, übt ihr weniger. Niemand drängt euch. Das Allerwichtigste ist die entspannte Stimmung! 

Nur so kannst du die Aufmerksamkeit deines Menschen wie eine Spa-Behandlung genießen. Viel Freude dabei!

Pfoten-Untersuchung

Die Pfoten sind eine geheime Intimzone von uns Katzen. Es zeugt von großem Vertrauen, wenn du deinen Menschen deine Pfote anfassen lässt.

Es kann aber immer vorkommen, dass du dich mal an einer deiner Pfoten verletzt. Dann können Menschen dir helfen - vorausgesetzt, dass du sie deine Pfoten ansehen und anfassen lässt.

Wenn deine Pfote weh tut, magst du sicher niemanden gern an sie heranlassen. Aber wenn du vorher geübt hast, fällt es dir zumindest ein wenig leichter. 

Das Vorgehen ist ganz ähnlich wie beim Pfote geben plus, diesmal gehen wir aber noch ein wenig weiter.

Am besten übt ihr das zu Hause, wenn du ganz entspannt bist. Dein Mensch streichelt dich in aller Ruhe an den Stellen, an denen du gern angefasst wirst. In schönen, gleichmäßigen Bewegungen streicht er immer weiter deine Beine herunter bis zu deinen Pfoten. Zum Schluss kann er sanft die Hand um deine Pfote legen, wie beim Händchen halten zwischen Menschen. 

Wenn ihr so weit gekommen seid, kann dein Mensch anfangen, dir leicht die Pfoten zu massieren. So eine Massage muss ganz leicht und sanft erfolgen, als würde man eine Weintraube kneten, die dabei nicht zerplatzen darf. Genauso sanft dürfen auch die Gelenke bewegt werden. Aber es muss immer ruhig und entspannt bleiben. Wenn es dir zuviel wird, darfst du jederzeit gehen. Aber versucht es immer wieder, es wird dir helfen, wenn du mal ein Problem an den Pfoten oder Beinen bekommst.

Rückseiten-Inspektion

Das ist ein netter Ausdruck für einen sehr ungewöhnlichen Vorgang. Tierärzte haben die Angewohnheit, die Körpertemperatur ihrer Patienten zu messen. Und das machen sie - ob du es glaubst, oder nicht - indem sie ein dünnes Fieberthermometer in den Po einführen!

Das musst du zu Hause selbstverständlich nicht üben! So eine unangenehme Sache sollte man nur erleben, wenn es wirklich etwas nützt. Aber du kannst dich zu Hause in Ruhe daran gewöhnen, dass du überhaupt da hinten berührt wirst.

Dafür reicht es, wenn dein Mensch dich ab und zu hinten am Rücken oder an den Oberschenkeln streichelt und krault. Ihr übt nur den angenehmen Teil, der unangenehme wird nur bei echten Untersuchungen durchgeführt.

Zahn-Untersuchung

Zahnschmerzen sind eine furchtbare Sache. Leider werden schlechte Zähne bei uns Katzen nicht immer frühzeitig erkannt. Daran sind wir vielleicht auch ein ganz kleines bisschen selbst schuld. Wir lassen halt nur sehr ungern jemanden unseren Mund anfassen und schon gar nicht reinschauen.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen mögen wir diesen Zwang und die extreme Nähe nicht immer. Zum anderen gehen die meisten Menschen sehr gefühllos mit unseren Schnurrhaaren um, wenn sie unsere Zähne untersuchen wollen.

Dein Mensch sollte in ganz entspannten Momenten immer mal deine Lippen ein wenig hochschieben und deine Zähne ansehen. Dabei kannst du deinen Menschen immer  ein wenig anhauchen. So kann er feststellen wenn sich dein Mundgeruch ändert. Vielleicht wird er so schneller darauf aufmerksam, wenn etwas nicht stimmt.

Die Zähne sollten zumindest alle zwei Wochen einmal angesehen werden, und am besten auch alle einmal berührt werden, ob sie noch gut festsitzen und nicht weh tun. Wenn sie weh tun, fängt dein Kinn automatisch an zu zittern. Daran kann auch dein Mensch erkennen, dass etwas nicht stimmt. Dein Mensch muss aber nicht in einer Hauruck-Aktion alle Zähne auf einmal inspizieren. Wenn er alle  2 oder 3 Tage einen anderen Teil deines Gebisses ansieht, ist es schon unter einer tollen Kontrolle und dein Mensch und du müsst euch nie lange damit beschäftigen. Baut es ruhig und ganz nebenbei in eure Kuschel-Rituale ein!