Lillys Zaehne bearbeitet und skaliertLilly zeigt ihre wunderschönen ZähneKaum etwas kann so lästig, schmerzhaft, störend sein wie Zahnschmerzen.

Bei uns Katzen gibt es dafür verschiedene Gründe.

Wie die Menschen können auch wir Katzen Zahnbelag bekommen, der sich dann zu Zahnstein verfestigt. In dem Zahnstein siedeln sich Bakterien an, die einen schlechten Mundgeruch verursachen, deinem Essen einen unangenehmen Geruch verleihen, dein Zahnfleisch schädigen und sogar zu Zahnausfall führen können!

Damit es gar nicht so weit kommt, ist es sinnvoll, schon den Zahnbelag zu entfernen. Der lässt sich einfach so von deinen Zähnen reiben. Wenn er erst einmal zu Zahnstein geworden ist, braucht es fast immer einen Tierarzt, um ihn wieder loszuwerden. Und das wollen wir ja so gut wie es geht vermeiden!

Wie also bekommst du den Zahnbelag runter?

Der effektivste Weg ist, dass du deinen Mund brav öffnest und dein Mensch jeden Tag mit einer Zahnbürste den Zahnbelag von deinen kleinen Zähnchen schrubbt.

Schon gut - das ist kein ernst gemeinter Vorschlag. Das ist für eine sensible Katze ja kaum zu ertragen. Die Hilfe deines Menschen kannst du aber trotzdem in Anspruch nehmen. Er kann dir spezielles Zahnpflege-Futter besorgen, dir Zahnpflege-Leckerchen servieren oder auch - super frisches  - rohes Fleisch am Stück anbieten. Ein solches Stück kann so groß wie 1-2 Kastanien sein, damit es seinen Zweck erfüllt. Das sind alles gute Maßnahmen. Aber sie reichen nicht bei jedem von uns aus.

Es hängt von deinem Erbgut, deiner Essweise und deinem Futter ab, wie stark sich Zahnbelag und Zahnstein bei dir bilden.

Wenn du sehr zu Zahnstein neigst, wirst du nicht um eine Zahnputz-Tradition mit deinem Menschen herumkommen, wenn du alle deine Zähne behalten möchstest. Aber lasst euch Zeit, damit es ein angenehmes Erlebnis für euch beide wird. Startet nur dann, wenn ihr beide ganz entspannt seid. Dann schmiert dein Mensch seinen kleinsten Finger mit einer sehr leckeren Lecker-Paste ein. Das darfst du erst einmal ein paar Tage lang einfach nur ablecken. Erst, wenn das zu einem allabendlichen Ritual geworden ist, kann dein Mensch vorsichtig mit dem Finger auf dich zukommen.

Es kann Wochen, eher Monate dauern, bis ihr euch daran gewöhnt habt, dass dein Mensch mit seinem Finger über deine Zähne fährt.

Erst, wenn das möglich ist, kann dein Mensch sich eine Fingerhut-Zahnbürste auf den Finger stecken. Diese fühlt sich natürlich ganz anders an, als der Finger. Er riecht auch anders. Deswegen fangt ihr mit der Annäherung am besten noch einmal von vorne an und nehmt euch auch dieselbe Zeit dafür. Es gibt aber auch eine gute Nachricht: Auf der Zahnbürste hält mehr Lecker-Paste als auf dem Finger deines Menschen. Das bedeutet mehr Geschmack.

Echte Zahnputz-Profis können dann sogar Tier-Zahnpasta dazunehmen. Das ist die Krönung des Katzenzähne-Putzens!

 

Zum Schluss noch ein paar wichtige medizinische Hinweise!

Bevor ihr mit der Zahnpflege anfangt, solltet ihr ausschließen, dass eine andere Erkrankung Ursache für deinen Zahnstein ist. Dafür kommen hauptsächlich zwei Krankheiten in Frage.

Eine weit verbreitete Katzen-Zahn-Krankheit ist eine besondere Art der Zahnfleischentzündung (Medizinischer Name: idiopathische Gingivitis). Dein Mensch kann sie sehen, wenn er deine Zähne anschaut. Falls du eine Zahnfleischentzündung hast, bildet das Zahnfleisch direkt über dem betroffenen Zahn einen roten, leicht glasigen Rand. Es ist noch nicht ganz klar, woher das kommt, aber es kann schlimme Zahnschmerzen verursachen. In leichten Fällen sind die Schmerzen nicht so schlimm, aber sie können schlimmer werden. Es gibt Medikamente dagegen, aber in sehr schweren Fällen müssen betroffene Zähne macnhmal gezogen werden. Wenn du deinen Menschen nicht gern in deinen Mund gucken lassen willst, hauche ihm beim Kuscheln ins Gesicht. Manchmal lässt sich die Enzündung im Mund durch einen schlechten Mundgeruch erkennen. Auch Schmerzen beim Essen können dabei entstehen. Versteck sie nicht, dann kann dein Mensch dir helfen.

Eine weitere Katzen-Zahn-Erkrankung ist die gefürchtete Krankheit FORL. Die Abkürzung steht für Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen. Ein komplizierter Begriff für eine sehr schmerzhafte Krankheit. Dabei entstehen tiefe Löcher an den Zähnen. Das Gemeine ist, dass sich diese Schäden vor allem an den Zahnwurzeln bilden. Das heißt, sie sind nicht immer sichtbar, aber dafür ganz besonders schmerzhaft, weil sie unerkannt bis zu den Nerven reichen können. Sie müssen sich anfühlen wie eine tägliche 24-Stunden-Wurzelbehandlung beim Menschen. Dein Mensch hat leider kaum Chancen, diese Schäden von außen zu erkennen. Du kannst ihm aber ein wenig helfen. Lass ihn zum Beispiel zusehen, wenn du isst und zeig ihm wenn du dabei Schmerzen hast. Außerdem entsteht auch durch FORL manchmal ein schlechter Mundgeruch. Atme ihm beim Kuscheln mal richtig gut ins Gesicht, dann kann er es vielleicht riechen und fängt an, nach der Ursache zu forschen.

Letztlich können auch wackelnde Zähne zu verminderter Kau-Aktivität führen und so Zahnstein verursachen.

Wenn all das ausgeschlossen ist, kannst du mit Hilfe deines Menschen mit der Zahnpflege loslegen, damit du auch im Alter noch viele Zähne und keine Schmerzen hast!